Eulen und Lerchen unterstützen Familien bei der Kinderbetreuung

Besuch im Mütterzentrum Dortmund e.V.

Dass der zunehmende Fachkräftemangel besonders gravierende Auswirkungen auf Pflege- und Gesundheitsberufe hat, ist durch die Coronakrise allzu deutlich geworden. Ein Problem stellt hier unter anderem die Bereitstellung einer verlässlichen Kinderbetreuung für Beschäftigte im Schicht- und Wechseldienst dar.

Um institutionell nicht abgedeckte Randzeiten vor Arbeitsbeginn, sowie während und nach dem Dienst sicherzustellen, hat das Mütterzentrum Dortmund e.V. als Projektträger die Dorstfelder Zivilgesellschaft im Rahmen ihres außergewöhnlichen Projekts „Eulen und Lerchen“ eingebunden. Ehrenamtlich Engagierte betreuen die Kinder, indem sie als „Lerchen“ die Morgenroutine vom Wecken über das Frühstück bis hin zur Begleitung in die Kita übernehmen. Viele von ihnen sind schon in Rente und haben nach einer sinnvollen Beschäftigung gesucht, aber auch Studierende und SGB-II-Empfänger*innen sind dabei. Als „Eulen“ übernehmen sie nach Schul- oder Kitaschluss das Abholen und überbrücken die Zeit bis die Eltern, die zum Großteil Beschäftigte in zwei großen Dortmunder Kliniken sind, Feierabend haben.

Für diese innovative Idee hat das Projekt in diesem Jahr den 1. Platz beim von Bundesministerin Lisa Paus ausgelobten Bundespreis Mehrgenerationenhaus erhalten. Ich habe die Ehrenamtskoordinator*innen, die Ansprechpartner der SJGD St. Paulus gGmbH und der LWL Klinik, die Leiterin des Mütterzentrums und drei Ehrenamtliche getroffen. Die Begeisterung, mit der alle Beteiligten über die Arbeit in den Familien gesprochen haben, war richtig ansteckend. Ich kann mir gut vorstellen, dass dieses ausgezeichnete Projekt noch viele Nachahmer*innen findet, da es nicht nur den Arbeitsmarkt im Bereich der Pflege und Gesundheitsberufe stärkt, sondern auch die berufliche Gleichstellung der Geschlechter fördert und sich positiv auf den Ausbau der Kinderbetreuung auswirkt.